Die neu veröffentlichte Studie «Eichhörnchen als Leitart für die urbane Landschaftsqualität» von StadtWildTiere und Wilde Nachbarn, welche im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU durchgeführte wurde, zeigt: Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) kann wichtige Hinweise liefern, wie gut städtische Lebensräume für baumgebundene Wildtiere geeignet und vernetzt sind. © Beatrice Schmid / wildenachbarn.ch In städtischen Gebieten sind Eichhörnchen oft in Parkanlagen oder Wohnvierteln mit alten Bäumen anzutreffen. © Denis Magnin, Meilen / wildenachbarn.ch Die Studie konnte nachweisen: Wo Eichhörnchen vorkommen, leben auch mehr baumgebundene Vogelarten – zum Beispiel der Buntspecht. Wieso das Eichhörnchen? Eichhörnchen sind Baumbewohner und bewegen sich am liebsten von Baum zu Baum. In Siedlungsgebieten kommen sie deshalb dort vor, wo es grosse und alte Bäume, viele verschiedene Gehölzarten, grosse Kronenvolumina und unversiegelte Böden gibt. Solche vielfältige, alte Baumbestände sorgen zusammen mit Hecken für ein ganzjähriges Nahrungsangebot für Eichhörnchen, bieten Deckung und ermöglichen die Fortbewegung über Baumkronen. Offene oder stark versiegelte, wasserundurchlässige Flächen wirken dagegen als Hindernisse. © Lolo Frei / wildenachbarn.ch Gefährlich unterwegs: Dieses Eichhörnchen überquert den Boden – ein riskanter Weg ohne Bäume. Im Projekt konnte gezeigt werden, dass sich Eichhörnchen aufgrund dieser Lebensraumansprüche als Leitart für baumgebundene Wildtiere im Siedlungsraum eignen, stellvertretend für verschiedene Vogel-, Nagetier-, Fledermaus- und Insektenarten, die ebenfalls auf alte Bäume angewiesen sind. © Darstellung aus dem Bericht Lebensraumansprüche des Eichhörnchens und ihre Bedeutung für andere Wildtiere Vernetzungsmodelle als Planungsgrundlage Für 20 Schweizer Städte wurden digitale Habitateignungs- und Vernetzungsmodelle entwickelt. Sie zeigen geeignete Lebensräume, wichtige Korridore und Barrieren wie Autobahnen, Bahnlinien oder Gewässer.Diese Daten können Verwaltungen und Planungsfachpersonen dabei unterstützen, ökologische Qualität und Vernetzung für kleine, an Bäume gebundene Wildtiere stärker in Planungsprozesse einzubeziehen, etwa bei Arealentwicklungen, Aufwertungsprojekten, Richt- und Nutzungsplanungen oder bei der Priorisierung von Massnahmen im öffentlichen Raum. © Darstellung aus dem Bericht Ausschnitt aus der Vernetzungskarte der Stadt Zürich: Das Gleisfeld sowie der Beginn der oberirdischen Autobahn (roter Kasten) und der Fluss sind als Barrieren gut erkennbar. Gelbe Punkte: Ausgangspunkte; orange Punkte: Zielpunkte; orange Gebiete: geeigne Dank an alle Melder:innen und Freiwillige der Citizen Science-Projekte Für die Analysen wurden unter anderem Eichhörnchen-Beobachtungen von unseren Plattformen Wildenachbarn und StadtWildTiere verwendet, insbesondere aus den StadtWildTiere-Aktionen «Eichhörnchen gesucht!» der Städte Luzern, St.Gallen und Zürich. Das Projekt zeigt damit, wie wertvoll Citizen Science-Projekte unter Beteiligung der Bevölkerung für weiterführende wissenschaftliche Studien sein können.Ein grosser Dank gilt allen Melder:innen und Freiwilligen der Meldeplattformen: Ihre Beobachtungen machen Wildtiere im Siedlungsraum sichtbar und liefern wertvolle Daten für Planungsgrundlagen, die zu mehr ökologischer Landschaftsqualität und besser vernetzten Wildtierlebensräumen in Städten beitragen können.Den vollständigen Bericht finden Sie hier:Taucher A., Gloor S., Rauchenstein K., Schmid J., Richter M. 2026. Das Eichhörnchen als Indikator für die städtische Landschaftsqualität. Schlussbericht. StadtWildTiere. 45 Seiten. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Dokument Schlussbericht_Eichhoernchen_StadtWildTiere_BAFU_20260617.pdf