Dienstag, 14. April 2026 Neue Wildtierkamera-Aktion startet in der Region Engiadina Val Müstair Ein Fuchs im Garten? Ein Igel auf dem Pausenplatz? Ab sofort können Interessierte im Engadin und Val Müstair selbst herausfinden, welche tierischen Nachbarn sie haben. Das Projekt «Wilde Nachbarn Engiadina Val Müstair» verleiht kostenlos Wildtierkameras an Interessierte. Die Region Engiadina Val Müstair beherbergt eine beeindruckende Natur- und Kulturlandschaft. Doch Biodiversität findet sich nicht nur auf Wiesen und in Wäldern, sondern auch direkt in unserer Nachbarschaft. Mit der Aktion «Wer lebt vor unserer Haustür?» macht das Projekt «Wilde Nachbarn Engiadina Val Müstair» auf die Bedeutung naturnaher Gärten und anderer Grünräume in den Dörfern als Lebensraum von Wildtieren aufmerksam. Heimliche Gartenbewohner entdecken Gerade im ländlichen Raum sind struktur- und blütenreiche Gärten von grosser Bedeutung: Sie verbinden Siedlung und Kulturlandschaft und schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Arten. Heimische Sträucher wie Holunder, Berberitze oder Wildrosen bieten Vögeln geschützte Brutplätze und liefern im Spätsommer und Herbst wichtige Nahrung. Dichte Hecken dienen zudem als Rückzugsorte und als sichere Verbindungsachsen innerhalb des Gartens und darüber hinaus. Auch Kleinstrukturen wie offene Bodenstellen und Ast- oder Steinhaufen sind wertvoll: Sie schaffen Deckung, ein ausgeglichenes Kleinklima und bieten Insekten, Amphibien, Reptilien und kleinen Säugetieren wichtige Lebensräume. Igel - das Tier des Jahres 2026 Zu den oft unbemerkten Gartenbewohnern gehört der Braunbrustigel, das Tier des Jahres 2026. Als nachtaktiver Insektenfresser durchstreift er Gärten auf der Suche nach Käfern, Würmern und Schnecken. Ast- und Laubhaufen dienen ihm als Tagesversteck und Winterquartier. Mildere Temperaturen begünstigen sein Vorkommen zunehmend auch in höheren Lagen wie im Engadin und Val Müstair, wo er bisher selten nachgewiesen wurde – das Projekt kann hier wichtige Beobachtungsdaten liefern. Naturnahe Gärten und der Verzicht auf Mähroboterbetrieb kommen ihm zugute. Lebensräume für Wildtiere rund ums Haus Ein naturnah gestalteter Garten lohnt sich mehrfach: Schon kleine Massnahmen wie eine stehen gelassene Wiesenecke, eine einheimische Hecke, ein Asthaufen oder offene Bodenstellen können die Artenvielfalt sichtbar erhöhen – und machen Biodiversität direkt vor der eigenen Haustür erlebbar.Nicht nur Gärten, auch Gebäude bieten wertvolle Lebensräume: Dachvorsprünge, Nischen und Scheunen dienen Vögeln wie Mauerseglern oder Schwalben als Brutplätze. Fledermäuse nutzen Dachstöcke und Fassadenspalten als Sommerquartiere. Erhaltene Strukturen oder gezielt angebrachte Nisthilfen leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Mitmachen und Wildtiere sichtbar machen An zwei Informationsanlässen geben die Wildtierbiologin Sandra Gloor und die Wildhüter Curdin Florineth (Engadin) und Jon Gross (Val Müstair) Einblicke in die Tierwelt vor unserer Haustür und zeigen, wie sich Interessierte am Projekt beteiligen können. Im Anschluss kann kostenlos eine Wildtierkamera für zwei bis drei Wochen ausgeliehen werden. Haben Sie schon eine Wildtierkamera im Garten? Umso besser! Kommen Sie an den Anlass oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Das Projekt läuft von Ende April bis September 2026.Mittwoch, 22. April 2026; Informationsanlass in ScuolScuol, Saal der evangelischen Kirchgemeinde, Vi 353, 19.00 – 20.30 UhrAnmeldung Anlass & Kameraverleih: Flurina Walter, E-Mail, +41 79 586 12 39Donnerstag, 23. April 2026; Informationsanlass in ValchavaValchava, Chasa Jaura, 19.30 – 21.00 UhrAnmeldung Anlass: Chasa Jaura, +41 81 858 53 17Anmeldung Anlass & Kameraverleih: Linda Feichtinger, E-Mail, +41 84 851 60 76 Wilde Nachbarn Engiadina Val Müstair – für Wildtiere in unseren Dörfern Die Melde- und Informationsplattform «Wilde Nachbarn» ist ein schweizweites Projekt. Im Engadin und Val Müstair sind folgende Träger für das Projekt zuständig: Fundaziun Pro Terra Engiadina, Biosfera Val Müstair, WWF Graubünden und Unesco Biosfera Engiadina Val Müstair. Ziel ist es, Wissen über Wildtiere in und um unsere Dörfer zu sammeln und die Bevölkerung für die Natur vor der eigenen Haustür zu sensibilisieren. Links Aktionsseite: engiadina-val-muestair.wildenachbarn.ch/Wildtiere_vor_unserer_Haustuer Rückfragen Linda Feichtinger (Biosfera Val Müstair, Forschung | Monitoring)Tel. +41 81 851 60 76linda.feichtinger@biosfera.chAngelika Abderhalden, Flurina Walter (Fundaziun Pro Terra Engiadina)Tel. +41 79 586 12 39admin@proterrae.ch Bilder Die nachfolgenden Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung. Füchse können, wenn sie sich sicher fühlen, auch einmal tagsüber unterwegs sein. © Urban Meier / wildenachbarn.ch Dachse sind Familientiere und leben in einer Sippe, die gemeinsam einen Bau bewohnt. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch Wo kommt der Igel im Engadin und Val Müstair vor? Das kleine Stacheltier scheint sich auszubreiten und braucht zugängliche Gärten mit Dickicht für das Tagesschlafnest und Wiesen für die Futtersuche. © Andrea Brandes / wildenachbarn.ch Der Baummarder lässt sich vereinzelt im Siedlungsraum blicken. Häufiger ist hier sein naher Verwandter, der Steinmarder, anzutreffen. © Andreas Schoellhorn / wildenachbarn.ch